Silvester-Grinch – Planänderung

Silvester – der Tag, an dem gefeiert werden muss. Eigentlich ein schöner Gedanke, aber alles Gezwungene wirkt verkrampft und scheitert – meistens. Ich kann mich an wenige, Silvesterabende erinnern, die wirklich gut waren. Ob am Hafen, auf dem Kiez, auf Radio-Veranstaltungen oder auf Privatpartys, es war überfüllt, gezwungen und somit unentspannt. Dabei bin ich die Entspannung pur 😉

Die hohen Erwartungen an Silvester sanken von Jahr zu Jahr, sodass wir nur noch alleine feiern. In unserer Wohnsiedlung sehen es unsere Nachbarn ähnlich und so wird jedes Jahr draußen eine Feuertonne zentral mit Stehtischen platziert, jeder kommt mit seinem Alkohol dazu, die Kinder spielen und wer keine Lust mehr auf Gesellschaft hat, geht wieder in sein Reich.

Die Männer geben sich die alljährliche Silvester-Challenge, wer verballert am meisten Geld in die Luft und die Frauen haben sich dank Sekt an Silvester besonders lieb und verabreden sich für die nächste Gartenparty. Wer nach 0 Uhr vor Kälte erfroren ist, tanzt sich bei einem der Nachbarn wieder warm.

Das war der Plan auch für dieses Jahr.  Und weil Theorie und Praxis oft kein Liebespaar werden, sieht der Plan nun anders aus:

Mein Mann war die Woche in Hamburg, während ich mit den Kindern im Harz blieb. Eigentlich wollte ich mit Kind,  Kater sowie den Geschenke- und Klamottenbergen am Freitagmorgen gen Hamburg fahren. Aber was ist, wenn die Kinder anfangen im Auto zu streiten? Der Kater im Minutentakt mit Kleinkind im Kanon jault und der Große genervt in das Konzert einstimmt? Halten es meine unausgeschlafenen Synapsen stand, sich auf den Verkehr zu konzentrieren?

Ich weiß es nicht. Wir müssen nicht immer Stärke zeigen, obwohl wir innerlich dann doch schwächer sind, um bestimmte Situationen zu meistern. Der neue Plan war – mein Mann kommt mit dem Zug wieder nach Bad Harzburg, holt uns ab und wir sind wie immer mit Raclette zu viert in Hamburg.

Aber da wäre noch was… Der Gedanke mit den Nachbarn nach Lust und Laune Silvester draußen zu verbringen, hat einen besonders schönen! Haken – wir haben ein Kleinkind, dass das erste Mal Silvester bewusst miterleben wird. Somit wäre mein Mann mit dem Großen draußen, während ich drinnen den Abend mit dem Kleinen verbracht hätte.

Nun bleiben wir in der Idylle, ruhig und besinnlich – mit Raclette, zu sechst und mit  dennoch viel Feuerwerk. Aber zum Glück deutlich reduziert.

Meine Ziele für 2017? Wie jedes Jahr 5 Kilo weniger, mehr Schlaf und Zeit mit der Familie. Langweilig? Nö, in drei – vier Jahren, wenn der Kleine größer ist, werde ich erneut studieren. Das ist ein Ziel in weiter Ferne, aber eins, das ich auf jeden Fall tun werde!

Silvester ist aber auch ein Tag, an dem wir es wie mit Albert Einsteins Worten sagen könnten „Wenn’s alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs neue. Und war es schlecht, ja dann erst recht.“

Und dennoch lässt mich Folgendes jährlich zum Nachdenken bringen ‚jedes Jahr ein Stück weniger Leben‘. Also genieße ich das Leben mit all seinen unberechenbaren Facetten so gut es geht und bin nicht nachtragend. Denn wer weiß schon, was morgen ist. In diesem Sinne „Guten Rutsch“.

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