Beziehungsstatus: ungewiss „Bis dass der Tod euch scheidet“?

Wann eine Liebe beginnt, dass wissen wir. Aber wann eine Liebe aufhört? Wissen wir das auch? Wie fühlt es sich an, seinen Partner auf einmal nicht mehr zu lieben? Es muss ein schleichender Prozess sein, der sich wie eine Schlange um das Herz legt und es immer fester zudrückt, bis es einfach nicht mehr für den anderen schlägt.

Aber wie entlieben wir uns von unserem Partner, mit dem wir einst die anfänglichen Endorphine  teilten, diese mit der Hochzeit besiegelten und schließlich die Kinder das Produkt unserer Liebe gezeugt wurden?

Die magische 40 ist es, die derzeit im Bekannte- und Freundeskreis um sich treibt. Verzweifelte Herzen, weinende Ehepaare verlassen die Häuser und zurück bleiben die Erinnerungen und die Kinder.

Doch bis dieser Schritt gegangen wird, leben sie zusammen. Nicht auf Hoffnung auf ein Wiederverlieben, sondern auf Rücksicht auf die Kinder. So werden sie langsam an die neue Situation herangeführt – „Mama & Papa lieben sich nicht mehr, aber wir sind dennoch für euch da. Nur eben anders.“ So klingen die Sätze der Partner.

Skurriler wird die Situation für uns Außenstehende, wenn in das Haus auch noch zu dem  gehörnten Ehepartner der neue Lebensgefährte einzieht und alle zusammenleben. Ja, wie geht das denn? Nach außen hin heißt es „Für uns ist alles bestens – wir sind nur noch Freunde!“ Moment… Aber einer war doch der, der sich getrennt hat. Trennt man sich  „einvernehmlich“? Das gibt es doch nicht, oder? Bleibt nicht einer noch mit Restgefühlen übrig? Was macht also eine glückliche Beziehung und Ehe aus?

Ich habe nicht die Weisheit gefuttert, ABER: Jede langjährige Beziehung kämpft mit verschiedenen Hürden, mal mit kleinen, über die wir mit Leichtigkeit hüpfen und mal mit großen, über die wir fallen.

Fallen wir gemeinsam, so können wir auch zusammen aufstehen, es sei denn wir lassen die Hilfe eines anderen in diesem Moment zu. Und auch das ist in einer Beziehung / Ehe möglich und vielleicht ist es auch das, was uns am Ende ausmacht. Denn dieser harte Fall kann uns auch aufwecken, um für die Liebe zu kämpfen.

Der Kampf ist verloren, wenn wir uns selbst entfremden. Es ist wie im Berufsleben: Jeden Tag sein Bestes geben und wenn nicht jeden, dann zumindest fast jeden. Wer sich aufgibt, der gibt auch den anderen auf. So ist es. Ich beobachte es gerade intensiv.

Aus meiner eigenen langjährigen Beziehung und Ehe weiß ich, dass sich Kämpfen lohnt. Und natürlich ist es nicht immer einfach, insbesondere wenn kleine Herzen, zwischen den Großen, den ganzen Tag wie Dynamit schlagen. Aber es wird auch dann wieder ruhiger, wenn die kleinen Herzen friedlich schlafen und die Zeit zu zweit intensiv gelebt wird.

Ja, ihr denkt „Die hat ja gut reden…“ Dem lass gesagt sein: Mein Mann und ich sind seit 1999 ein Paar und wir hatten schon Momente mit und auch ohne Kinder, in denen wir das Siegel unserer Liebe nicht mehr versiegeln konnten. Wie wir es dennoch geschafft haben? Es war Arbeit, die sich wie in jeder Lebenssituation lohnt!

Outtakes: Von den Metaphern und der Symbolik der Liebe nun zu dem heutigen Tag. Facebook  ist verräterisch. Ein neues Profilbild zeigt ein Paar – der eine ist bekannt, der andere nicht. Und schon bin ich heiß. Hab ich etwas nicht mitbekommen?   

Tagtäglich trifft man sich, mal hier mal da… Glücklich sieht das Ehepaar aus, unabhängig von einander. 

Das kuschelnde Paar auf dem Profilbild und die Kommentare darunter machen stutzig. Also beginnen die Spekulationen und der Sherlock in mir und meine Phantasie reifen. Meinen  Watson hab ich in meiner Nachbarin gefunden. Wir beide „recherchieren“. „Was ist da nur los?“ Ja, wir Menschen sind neugierig, wenn es um Emotionen geht oder sind es nur wir weiblichen? Also meinem Mann interessiert es so gar nicht. Seine Feststellung war nur „Och, die neue sieht doch hübsch aus.“ Hallo?! Schatz?! Was stimmt mit dir nicht??? !!!! 

Das war meine erste Reaktion. Der Mann, das Schwein, hat seine Frau und die Kinder für eine andere verlassen. Aber stimmt etwas mit meinen Vorurteilen nicht? Denn es war nicht er, sondern sie, die gegangen ist.

Ach, traurig ist es, egal wer. Und ja, es sind momentan sehr viele, die sich trennen und alle befinden sich um die magische 40. Oft sind es die Frauen, die diesen eisernen Schritt vollziehen. 



 

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