Berufstätige Mütter – eine Krankheit!

Es gibt Sätze, die machen dich fassungslos und du fragst dich „Hab ich das jetzt wirklich gehört!“ Und ja, du hörst die Worte noch nachhallen und schüttelst ungläubig den Kopf.

So erging es mir vor einigen Tagen als ich mit einer Mutter ins Gespräch kam. Es ging um  Elternbeteiligung während eines Vormittags als sie zu mir sagte: „Ach hier in Eppendorf sind alle Mütter berufstätig. Das scheint hier so eine Krankheit zu sein!“ Rumps, die Aussage saß und ließ mich schmunzeln, welch armselige Gestalt ich da vor mir stehen hatte.

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So und noch fassungsloser muss ich ausgesehen haben.
Ob berufstätige oder eben nicht berufstätige Mütter, letzten Endes ist es eine persönliche Lebenseinstellung, die jede für sich treffen und respektieren muss. Aber eine Krankheit daraus zu resultieren, ist schon eine ziemlich armselige Aussage und verspricht wenig Substanz im Gedankengang: Ob ein finanzieller Muss der Grund für die Entscheidung ist oder aber die eigene Selbstverwirklichung oder sogar beides, sind einige der Gründe, warum wir Mütter berufstätig sind. 

1. Kind: Ein Jahr Elternzeit – danach Teilzeit

Als ich 2007 mit meinem ersten Sohn schwanger war, stand für mich der Entschluss schnell fest, nach einem Jahr Elternzeit wieder in den Beruf zurückzukehren. Ich war damals einfach für mich viel zu jung, um komplett für die Familie zuhause zu bleiben.

Wir haben die Teilzeitlösung für uns entdeckt, sodass ich meinem Beruf und meiner Familie nachgehen kann. Die Herausforderung, den täglichen Spagat zwischen Beruf und Familie ohne großelterliche Unterstützung und ohne Schmerzen zu meistern, lohnt sich für mich persönlich. Ich kann meinem Beruf nachgehen, kann mich dort einen halben Tag anders herausfordern als ich es dann später am Nachmittag mit meinen Kindern tue.  

2. Kind: Studium, Homeoffice und zwei Kinder 

2014 wurde ich erneut schwanger, neben dem Beruf, meinem ersten Sohn, habe ich abends studiert. Aber auch das war meine persönliche Entscheidung, den halben Tag im Büro zu verbringen, nachmittags mit meinem ersten Sohn noch den restlichen Tag zu verbringen und abends im Arbeitszimmer den Vorlesungen online zu lauschen und die Bücher zu studieren.

Eine wirkliche Elternzeit habe ich beim zweiten Kind nicht gemacht. Hochschwanger befand ich mich in der Prüfungsphase. Als mein zweiter Sohn dann geboren wurde, habe ich die mündliche Prüfung mit ihm gemeinsam absolviert und wenige Wochen später im Homeoffice für die Firma gearbeitet. Und all das habe ich freiwillig getan und bereue nichts davon: Denn weder meine Kinder haben darunter gelitten, noch ich.

Der einzige, der starke Nerven haben musste, war mein Mann 

Aber eine Krankheit…? Vielleicht eine Lernkrankheit im positiven Sinne. Alles unter einen Hut zu bekommen, erfordert Disziplin und vor allem Leidenschaft! Und genau das letztere ist es, was mich antreibt.

Und sicherlich haben andere Mütter andere Beweggründe, warum sie arbeiten oder eben nicht. Jeder muss es für sich entscheiden und andere dafür nicht verurteilen. Leben und leben lassen, ist in diesem Sinne doch das Motto.

Und im Nachgang lässt sich noch sagen: Beide Kinder waren mit 1 Jahr in der Krippe –  weder ihrer Sozialkompetenz noch ihrer Bindung zu den Eltern – hat die „frühzeitige“ Abnabelung  geschadet 😉


 

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